Desktronic SitPro vs IKEA Järvfjället

Der Desktronic SitPro und der IKEA Järvfjället gehen beide über die meisten Einstiegsmodelle hinaus: Beide haben eine verstellbare Lordosenstütze, was in diesem Preissegment keine Selbstverständlichkeit ist. Der Unterschied liegt im Grad der Verstellbarkeit und darin, wofür du extra bezahlst. Stellt man die beiden nebeneinander, zeigt sich der Unterschied vor allem im Detail. Der SitPro lässt sich breiter einstellen, der Järvfjället bleibt einfach. Ist das der Grund für den Preisunterschied von 100 Euro?

Warum werden diese beiden Stühle verglichen?

Beide Stühle richten sich an Menschen, die mehr Ergonomie wollen als ein Standard-Bürostuhl bietet, ohne gleich ins Premiumsegment zu wechseln. Sie tauchen deshalb häufig in denselben Suchanfragen nach Bürostühlen mit verstellbarer Lordosenstütze unter vierhundert Euro auf. Der SitPro geht dabei in fast jeder Einstellrichtung weiter, während der Järvfjället sich auf ein paar gut gewählte Anpassungen beschränkt und das mit einer deutlich längeren Garantie ausgleicht. Beide fallen also in dieselbe Kategorie, es gibt aber durchaus Unterschiede, die mal für den einen, mal für den anderen Stuhl sprechen.

SitPro vs Järvfjället im Überblick

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Spezifikationen gegenüber.

MerkmalSitProJärvfjället
Preis399 Euro299 Euro
Max. Belastbarkeit136 kg110 kg
MechanikSynchronmechanikKippmechanismus mit Arretierung
Lordosenstütze5D verstellbarHöhe und Tiefe verstellbar
Garantie3 Jahre10 Jahre
Bewertung8,07,5
SitPro

SitPro

Ab 399 euro
Vorteile
5D-Lordosenstütze bewegt sich mit
IGR und BIFMA zertifiziert
3D-Armlehnen standardmäßig inbegriffen
Nachteile
Garantie nur drei Jahre
Nicht geeignet für Nutzer über 192 cm
Lordosenstütze weniger präzise als bei Premiummodellen
Järvfjället

Järvfjället

Ab 299 euro
Vorteile
Lordosenstütze in Höhe und Tiefe verstellbar
Zehn Jahre Garantie
Breite Sitzfläche
Nachteile
Sitztiefe nicht verstellbar
Armlehnen nur 2D
Zum Test
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Ergonomie: welcher Stuhl passt besser zu deiner Haltung?

Die beiden Stühle gehen die Lordosenstütze unterschiedlich an. Der SitPro stellt sich auf nahezu jede Richtung ein, die der untere Rücken braucht, während sich der Järvfjället auf die zwei am häufigsten genutzten Anpassungen beschränkt.

Die 5D-Lordosenstütze des SitPro: verstellbar auf fast jeder Ebene

Die Lordosenstütze des SitPro lässt sich in fünf Richtungen verstellen, in Höhe, Tiefe und Neigung, kombiniert mit einem breiten Einstellbereich. Für alle mit einer asymmetrischen Sitzhaltung oder früheren Rückenproblemen ist das ein konkreter Vorteil: Die Stütze lässt sich bis ins Detail auf die Krümmung des unteren Rückens abstimmen, statt dass sich die Person nach dem Stuhl richten muss. Wechselst du dagegen selten die Haltung und sitzt vor allem aufrecht am Bildschirm, macht diese zusätzliche Feinheit in der Praxis weniger Unterschied, als die fünf Richtungen vermuten lassen.

Järvfjället: Lordosenstütze in Höhe und Tiefe, mehr nicht

Der Järvfjället stellt die Lordosenstütze in Höhe und Tiefe ein, was bereits mehr ist, als die meisten Stühle in diesem Preissegment bieten. Aber ihm fehlt eine seitliche oder Neigungsverstellung wie beim SitPro. Für die durchschnittliche Person im Homeoffice ohne spezifische Rückenprobleme ist das selten ein Problem, die beiden verfügbaren Richtungen decken die wichtigste Anpassung bereits ab. Hast du eine ausgeprägte Vorliebe für eine bestimmte Unterstützung, etwa durch eine schiefe Sitzhaltung, stößt du beim Järvfjället eher an die Grenzen des Verstellbereichs als beim SitPro.

Einstellmöglichkeiten im Vergleich

Auch abseits der Rückenlehne ist der SitPro der Stuhl mit den meisten Einstellmöglichkeiten. Die Armlehnen lassen sich in drei Richtungen verstellen und die Sitztiefe passt sich der Beinlänge an, was besonders praktisch ist, wenn der Stuhl von mehreren Personen mit unterschiedlicher Statur genutzt wird. Zusammen mit einer Sitzhöhe von 48 bis 56 Zentimetern eignet sich der SitPro für Körpergrößen von 1,45 bis 1,92 Meter.

Der Järvfjället setzt auch hier auf einen einfacheren Ansatz. Die Armlehnen lassen sich in Höhe und Breite verstellen. Die Sitztiefe ist jedoch fest und eine Kopfstütze ist nicht verfügbar. Der geeignete Körpergrößenbereich von 1,50 bis 1,90 Meter liegt nah an dem des SitPro, wer also innerhalb dieser Spanne liegt, verpasst in der Praxis wenig, auch ohne die zusätzlichen Einstellmöglichkeiten.

Bau, Material und Langlebigkeit

In Sachen Verarbeitung und Qualität nehmen sich die beiden Stühle wenig. Der SitPro ist mit Netzgewebe bezogen, atmungsaktiv, und wiegt 23 Kilogramm. Der Stuhl ist für Personen bis 136 Kilogramm geeignet. Der Järvfjället kombiniert Stoff mit Kunststoffteilen und ist mit 17 Kilogramm deutlich leichter. Die maximale Belastbarkeit liegt mit 110 Kilogramm unter der des SitPro.

Der größte Unterschied liegt jedoch in der Garantie: Beim SitPro bekommst du drei Jahre, während der Järvfjället mit zehn Jahren Garantie kommt. Und das macht den Järvfjället zur sichereren Wahl für die langfristige Nutzung, auch wenn die Bewertung mit 7,5 gegenüber 8,0 etwas niedriger liegt.

Für wen ist welcher Stuhl die bessere Wahl?

Arbeitest du fünf Tage die Woche von zuhause und hattest du schon einmal Rückenprobleme, dann gibt die umfangreiche 5D-Lordosenstütze wahrscheinlich den Ausschlag. Nutzt du den Stuhl seltener, also nicht täglich acht Stunden oder mehr, und hast du keine Rückenprobleme? Dann leistet der Järvfjället mit verstellbarer Lordosenstütze, 299 Euro und zehn Jahren Garantie fast dieselbe Arbeit für deutlich weniger Geld.

Unser Fazit: SitPro oder Järvfjället

Der Unterschied zwischen diesen beiden Stühlen liegt nicht darin, ob Ergonomie vorhanden ist, sondern darin, wie genau du sie einstellen willst. Hast du Rückenprobleme oder sitzt du strukturell mehr als acht Stunden am Tag, dann ist der Aufpreis für den SitPro gerechtfertigt. Für die meisten Menschen im Homeoffice ohne spezifische Beschwerden kommt der Järvfjället überraschend nah heran, mit einer Garantie, die der SitPro nicht erreicht.

Rutger Uittenbogaard
Rutger Uittenbogaard
Gründer und Chefredakteur

Rutger gründete Buroreview.eu aus persönlicher Frustration. Als Niederländer und Homeoffice-Nutzer von 1,95 Meter merkte er schnell, dass die meisten Bürostühle nicht für ihn konzipiert sind und dass ehrliche, unabhängige Beratung im deutschsprachigen Raum kaum zu finden ist.

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