Der richtige Bürostuhl für dein Homeoffice

Ein guter Bürostuhl ist der Unterschied zwischen einem angenehmen Arbeitstag und abendlichen Rückenbeschwerden. Im Homeoffice fehlt oft die Beratung, die im Büro selbstverständlich ist, was die Wahl des richtigen Stuhls umso wichtiger macht. Im Folgenden liest du, welcher Stuhl zu deiner Homeoffice-Situation passt und worauf du achten solltest.

Welcher Stuhl passt zu dir?

Wie viel du ausgeben solltest, hängt vor allem von der Anzahl der Tage und Stunden ab, die du von zu Hause aus arbeitest. Arbeitest du ein oder zwei Tage pro Woche im Homeoffice, reicht oft ein Einstiegsmodell. Arbeitest du strukturell mehrere Tage pro Woche, lohnt ein Stuhl mit breiterem Einstellspektrum. Und sitzt du fünf Tage pro Woche den Großteil des Tages, zahlt sich ein Premiumstuhl durch Komfort und weniger Beschwerden aus.

Desktronic SitOne: budgetfreundlich ohne Abstriche

Der SitOne ist mit IGR- und BIFMA-Zertifizierung, 4D-Armlehnen und Synchronmechanik ein überraschend vollständiges Einstiegsmodell für weniger als 300 Euro. Geeignet für Nutzer bis 1,88 Meter bei Sitzzeiten von zwei bis fünf Stunden pro Tag, was ihn ideal für Teilzeit-Homeoffice-Nutzer macht.

SitOne

SitOne

Ab 299 euro
Vorteile
IGR und BIFMA zertifiziert
4D-Armlehnen standardmäßig
Kopfstütze inbegriffen
Nachteile
Sitztiefe nicht verstellbar
Garantie nur drei Jahre

Interstuhl Every: die Mittelklasse mit DIN EN 1335

Wer strukturell mehrere Tage pro Woche im Homeoffice arbeitet, profitiert von der DIN EN 1335-Zertifizierung und dem breiteren Einstellspektrum des Every. Das Everysystem lässt die Rückenlehne in alle Richtungen mit dem Nutzer mitbewegen, ein dynamisches Sitzgefühl, das man sonst erst bei teureren Modellen findet.

Every

Every

Ab 629 euro
Vorteile
Automatische Gewichtsanpassung
Zehn Jahre Garantie
Made in Germany
4D-Armlehnen
DIN EN 1335 zertifiziert
Nachteile
Max. 120 kg Belastbarkeit
Fußkreuz aus Kunststoff

Steelcase Leap V2: für Vollzeit-Homeoffice-Nutzer

Vollzeit-Homeoffice-Nutzer, die täglich sechs Stunden oder mehr am selben Stuhl verbringen, merken den Unterschied in den umfangreichen Einstellmöglichkeiten und den langlebigen Materialien des Leap V2, einem der bekanntesten Namen im Premiumsegment.

Leap v2

Leap v2

Ab 1.094 euro
Vorteile
LiveBack-Technologie folgt der Wirbelsäule zonenweise
Natural Glide für eine aktive, vorwärtsgerichtete Arbeitshaltung
Gepolsterte Sitzfläche mit Luftkammern reduziert Druckpunkte
Nachteile
Keine Netzsitzfläche, kann wärmer wirken
Keine Kopfstütze verfügbar
Zum Test
Dieses Produkt ist derzeit nicht über unsere Partner verfügbar.

Warum ein Standardstuhl im Homeoffice nicht ausreicht

Bei Homeoffice-Arbeitsplätzen, die mit einem Küchenstuhl oder Esszimmerstuhl eingerichtet sind, fehlt eine verstellbare Lordosenstütze vollständig, während genau diese Unterstützung den Unterschied macht bei Sitzzeiten von mehreren Stunden pro Tag.

Die gesetzlichen Vorgaben für Bildschirmarbeit gelten auch für den Homeoffice-Arbeitsplatz. Sobald ein Arbeitnehmer mehr als zwei Stunden pro Tag Bildschirmarbeit verrichtet, müssen sowohl der Schreibtisch als auch der Bürostuhl höhenverstellbar sein, wie die Arbeitsstättenverordnung vorschreibt.

Arbeitest du fünf Tage pro Woche von zu Hause und sitzt den Großteil des Tages, ist ein vollwertiger ergonomischer Bürostuhl sinnvoller als ein Einstiegsmodell, das vor allem für gelegentliche Nutzung ausgelegt ist.

Teilst du den Arbeitsplatz mit einem Partner oder Mitbewohner, brauchst du einen Stuhl mit breitem Einstellbereich: Jemand mit 1,60 Meter und jemand mit 1,95 Meter müssen beide ausreichend Unterstützung am selben Modell finden. In einem kleinen Homeoffice ist außerdem der Fußraum unter dem Schreibtisch oft enger als an einem regulären Arbeitsplatz, was die Wahl eines kompakten Stuhls besonders relevant macht.

Ein gewöhnlicher Stuhl und der Herman Miller Sayl im Homeoffice

Worauf du achten solltest

Neben der richtigen Wahl für deine Homeoffice-Situation bestimmen einige konkrete Aspekte den letztendlichen Sitzkomfort. Die Qualität der Lordosenstütze bestimmt maßgeblich, ob dein Unterrücken bei längeren Sitzzeiten Unterstützung bekommt, und eine falsche Sitztiefe sorgt für Druck hinter den Kniekehlen oder zu wenig Halt für die Oberschenkel. Für Menschen zwischen 1,60 und 1,90 Meter sind eine verstellbare Sitztiefe und Sitzhöhe fast immer nötig, um eine gute Haltung zu erreichen.

Auch Material und Mechanik machen einen Unterschied. Der Unterschied zwischen Netz und Stoff geht über das Aussehen hinaus: Netz atmet besser und verhindert Erwärmung bei langen Arbeitstagen, während Stoff oft ein weicheres Sitzgefühl gibt. Der Synchronmechanismus bestimmt außerdem, wie viel Bewegung der Stuhl beim Sitzen zulässt, und bei langem Homeoffice-Arbeiten ist etwas Dynamik in der Rückenlehne angenehmer als eine vollständig starre Position.

Häufige Fehler beim Einrichten des Homeoffice

Der häufigste Fehler ist die Wahl eines Bürostuhls nach Aussehen statt nach Funktionalität. Ein Stuhl, der gut im Wohnzimmer aussieht, muss nicht notwendigerweise für acht Stunden Sitzen geeignet sein.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das zu lange Durchhalten auf einem alten Bürostuhl aus der Studienzeit oder einem früheren Job. Solche Stühle sind selten für Vollzeiteinsatz ausgelegt, und die Schaumstoff- und Mechanikqualität lässt nach einigen Jahren deutlich nach.

Schließlich wird die Einstellung eines Stuhls nach dem Kauf oft übersprungen. Selbst der beste Bürostuhl funktioniert nicht optimal, wenn Sitzhöhe, Armlehnen und Lordosenstütze nicht auf den eigenen Körper abgestimmt sind.

Was du außerdem für ein gutes Homeoffice tun kannst

Ein guter Stuhl ist der Ausgangspunkt, aber nicht der einzige Faktor. Wie du den Rest deines Arbeitsplatzes einrichtest bestimmt genauso, ob du beschwerdefrei durch einen Arbeitstag kommst, von der Höhe des Schreibtisches bis hin zu ausreichend Bewegung zwischendurch.

Rutger Uittenbogaard
Rutger Uittenbogaard
Gründer und Chefredakteur

Rutger gründete Buroreview.eu aus persönlicher Frustration. Als Niederländer und Homeoffice-Nutzer von 1,95 Meter merkte er schnell, dass die meisten Bürostühle nicht für ihn konzipiert sind und dass ehrliche, unabhängige Beratung im deutschsprachigen Raum kaum zu finden ist.

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