VERGLEICHE · INNERHALB EINER MARKE

Desktronic SitOne vs Desktronic SitPro

von Rutger Uittenbogaard · 6 Min. Lesezeit · aktualisiert 2. September 2026

Desktronic SitOne vs Desktronic SitPro

Desktronic hat zwei ergonomische Bürostühle im selben Preissegment: die SitOne und die SitPro. Beide sind auf europäische Körpermaße ausgelegt und tragen sowohl das IGR- als auch das BIFMA-Prüfzeichen. Trotzdem unterscheiden sie sich in Punkten, die für deinen Sitzkomfort im Alltag den Unterschied machen. Wir stellen die beiden nebeneinander.

Warum werden diese beiden Stühle verglichen?

SitOne und SitPro stammen von derselben Marke und richten sich an denselben Käufer: den Homeoffice-Nutzer, der mehr will als einen Einstiegsstuhl, aber nicht gleich über tausend Euro ausgeben möchte. Das macht die Entscheidung zwischen den beiden schwieriger als zwischen zwei völlig unterschiedlichen Marken, denn die Basis ist bei beiden ähnlich. Beide Stühle teilen den Synchronmechanismus und dieselbe europäische Maßgebung. Die Unterschiede liegen im Detail: der Art der Lordosenstütze, der verstellbaren Sitztiefe, der Anzahl der Armlehnenachsen und der maximalen Körpergröße, für die der Stuhl ausgelegt ist. Wer zwischen den beiden zögert, zögert eigentlich darüber, wie viel Budget er für diese Details übrig hat.

SitOne vs SitPro im Überblick

Die wichtigsten Spezifikationen im Vergleich:

MerkmalSitOneSitPro
Preis299 Euro399 Euro
Max. Belastung136 kg136 kg
MechanikSynchronmechanikSynchronmechanik
LordosenstützeHöhenverstellbar5-fach verstellbar
Garantie3 Jahre3 Jahre
Bewertung72/10080/100

SitOne

Desktronic SitOne

Die beste Wahl, wenn du trotz kleinem Budget echte Ergonomie willst.

Vorteile
IGR und BIFMA zertifiziert
4D-Armlehnen standardmäßig
Nachteile
Sitztiefe nicht verstellbar
Garantie nur drei Jahre
72/100
Ergonomie76
Verarbeitung60
Preis-Leistung84
Garantie68
ab € 299

SitPro

Desktronic SitPro

Die beste Wahl, wenn du im Mittelsegment echte Qualität suchst.

Vorteile
5D-Lordosenstütze bewegt sich mit
IGR und BIFMA zertifiziert
Nachteile
Garantie nur drei Jahre
Nicht geeignet für Nutzer über 192 cm
80/100
Ergonomie92
Verarbeitung68
Preis-Leistung92
Garantie68
ab € 399

Welcher Stuhl passt besser zu deiner Sitzhaltung?

Ergonomisch liegen die beiden Stühle näher beieinander, als der Preis vermuten lässt. Der Unterschied liegt in der Lordosenstütze: Bei der SitOne bewegt sie sich mit, aber die Tiefe stellst du nicht separat ein, bei der SitPro schon. Für alle, die längere Sitzungen am Schreibtisch verbringen, ist das der Unterschied, der den Ausschlag gibt.

SitOne: Lordosenstütze, die mitgeht, aber nicht feinjustiert

Die SitOne stellt die Lordosenstütze in der Höhe ein und hält diese Position auch bei leichtem Zurücklehnen. Der Synchronmechanismus sorgt dafür, dass die Sitzfläche sich mit der Rückenlehne mitbewegt, sodass das Becken beim Zurücklehnen nicht auf der Sitzfläche hängen bleibt. Das verhindert den Zug im unteren Rücken, der bei einem einfachen Wippmechanismus auftritt. Was fehlt, ist Feinjustierung: Die Lordosenstütze bewegt mit, aber die Tiefe stellst du nicht separat ein. Für Sitzungen von zwei bis fünf Stunden ist das kein Problem. Wer einen ganzen Achtstundentag auf dem Stuhl verbringt, vermisst nach ein paar Stunden die zusätzliche Unterstützung, die ein feineres System bietet.

SitPro: 5-fach verstellbare Lordosenstütze mit echter Tiefenverstellung

Die SitPro geht einen Schritt weiter mit einem 5-fach verstellbaren Lordosenstützsystem. Neben der Höhe stellst du auch die Tiefe ein, wodurch sich die Stütze präziser an die Krümmung deines unteren Rückens anpasst. Das merkst du vor allem nach ein paar Stunden Sitzen, wenn die SitOne bereits an Unterstützung verliert und die SitPro diesen Unterschied noch auffängt. Der Synchronmechanismus funktioniert genauso wie bei der SitOne, aber die feinere Lordosenstütze macht das Gesamtgefühl stabiler. Für alle, die den Stuhl täglich intensiv nutzen, ist das der Unterschied, der den Aufpreis rechtfertigt.

Einstellmöglichkeiten im Vergleich

Bei der SitOne stellst du die Sitzhöhe stufenlos über die Gasdruckfeder ein und arretierst die Rückenlehne zwischen 98 und 135 Grad. Die 4D-Armlehnen verstellst du in Höhe, Breite, Tiefe und Winkel, was für dieses Segment großzügig ist. Die Lordosenstütze schiebst du nach oben oder unten, die Kopfstütze stellst du in der Höhe ein und die Wipphärte passt sich automatisch an dein Körpergewicht an. Was fehlt, ist eine verstellbare Sitztiefe: Die liegt fest, was den Stuhl weniger flexibel macht für alle mit abweichender Beinlänge.

Die SitPro bietet eine ähnliche Basis, ergänzt aber eine verstellbare Sitztiefe. Du schiebst die Sitzfläche nach vorne oder hinten, um den Abstand zur Rückenlehne an deine Beinlänge anzupassen, was bei der SitOne fehlt. Die Rückenlehne arretierst du zwischen 90 und 135 Grad, ein etwas größerer Bereich als bei der SitOne. Die Armlehnen sind bei der SitPro 3D statt 4D: Du stellst Höhe, Breite und Winkel ein, aber nicht die Tiefe wie bei der SitOne. Das 5-fach verstellbare Lordosenstützsystem ergänzt neben der Höhe auch eine Tiefenverstellung, wodurch du die Stütze präziser auf deinen unteren Rücken abstimmst. Für alle außerhalb der durchschnittlichen Körpergröße ist das ein konkreter Vorteil: Die SitPro eignet sich bis zu einer Körpergröße von 1,92 Meter, gegenüber 1,88 Meter bei der SitOne.

Aufbau, Material und Langlebigkeit

Beide Stühle bauen auf einer Netzrückenlehne auf, kombiniert mit einer Sitzfläche aus Polyesterbezug über Schaumstoff mit hoher Dichte, der das Gewicht gut verteilt und nicht schnell nachgibt. Die Verarbeitung ist bei beiden Modellen sauber: keine sichtbaren Nahtfehler, keine scharfen Kanten. Die maximale Belastung liegt bei beiden bei 136 Kilogramm, großzügig für Stühle in diesem Segment. Die Garantie beträgt bei beiden drei Jahre, akzeptabel, aber knapp für alle, die den Stuhl intensiv nutzen.

Der wichtigste bauliche Unterschied liegt im Gewicht: Die SitPro wiegt 23 Kilogramm gegenüber 18,1 Kilogramm bei der SitOne, ein Unterschied, der vor allem durch die umfangreichere Mechanik unter der Sitzfläche zu erklären ist. Der Rahmen der SitPro fühlt sich dadurch etwas stabiler an, auch wenn der Unterschied in der Praxis gering ist. Bei der Farbauswahl unterscheiden sich die beiden: Die SitOne gibt es in Schwarz, Grau, Blau und Grün, während die SitPro sich auf Schwarz und Grau beschränkt. Wer einen Farbakzent im Arbeitsbereich möchte, findet diese Option nur bei der SitOne.

Für wen ist welcher Stuhl die bessere Wahl?

Die SitOne ist die logische Wahl für alle, die zwei bis fünf Stunden täglich im Homeoffice sitzen und nicht mehr ausgeben möchten als nötig. Auch wer Farbe im Arbeitsbereich möchte, ist bei der SitOne richtig, denn die gibt es in mehr Varianten als die SitPro. Für Nutzer bis 1,88 Meter passt die Passform gut, und die feste Sitztiefe ist für die durchschnittliche Beinlänge kein Problem.

Die SitPro ist die bessere Wahl für alle, die einen vollen Arbeitstag auf dem Stuhl verbringen oder größer sind als der Durchschnitt. Die verstellbare Sitztiefe und die feinere Lordosenstütze machen den Unterschied nach ein paar Stunden Sitzen spürbar, und den Aufpreis holst du in Komfort wieder rein, wenn du den Stuhl täglich intensiv nutzt.

Unser Fazit: SitOne oder SitPro?

Beide Stühle zeigen, dass Desktronic weiß, was Homeoffice-Nutzer im mittleren Preissegment brauchen. Die SitOne ist die Einstiegsvariante mit einer ehrlichen Basis, die SitPro die durchdachtere Version für alle, die mehr Stunden sitzen oder etwas größer sind. Der Preisunterschied liegt vor allem in der Lordosenstütze und der verstellbaren Sitztiefe, nicht in einem anderen Verarbeitungsniveau. Für welche der beiden du dich entscheidest, in beiden Fällen sitzt du auf einem Stuhl, der sein Geld wert ist.

Rutger Uittenbogaard
Rutger Uittenbogaard
Gründer und Chefredakteur

Rutger gründete Buroreview.eu aus persönlicher Frustration. Als Niederländer und Homeoffice-Nutzer von 1,95 Meter merkte er schnell, dass die meisten Bürostühle nicht für ihn konzipiert sind und dass ehrliche, unabhängige Beratung im deutschsprachigen Raum kaum zu finden ist.

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