
Ergonomische Bürostühle · Test
Herman Miller Setu
kein Hebel, trotzdem bequem?
Der Herman Miller Setu verzichtet bewusst auf Einstellhebel. Die Kinematic Spine, eine zweigeteilte Rückenkonstruktion aus zwei Polypropylen-Typen, reagiert automatisch auf jede Bewegung und passt den Widerstand selbst an dein Körpergewicht an.
Nur die Sitzhöhe stellst du noch manuell ein, den Rest übernimmt der Stuhl. Ob das für einen ganzen Arbeitstag reicht, oder ob dir am Ende doch eine verstellbare Lordenstütze fehlt, klärt sich weiter unten.
Ab € 599
70/100 · Unsere Bewertung
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- Beschreibung
- Galerie
Warum der Setu bewusst auf Einstellungen verzichtet
Herman Miller entwickelte den Setu nach einem einfachen Prinzip: ein Stuhl, der sich an dich anpasst, statt umgekehrt. Die Kinematic Spine, das Herzstück der Konstruktion, besteht aus zwei unterschiedlichen Polypropylen-Typen, die den Widerstand der Rückenlehne automatisch steuern. Sobald du dich zurücklehnst, reagiert die Lehne auf dein Gewicht und deine Bewegung, ohne dass du einen Hebel bedienst.
Das Lyris-2-Material überzieht Sitzfläche und Rückenlehne aus einem Guß in einem Stück. Es ist elastisch, atmungsaktiv und federt genau an der Stelle nach, an der du gerade Druck ausübst. Für einen Gaststuhl oder eine flexible Arbeitsplatzlösung ist das ein ungewöhnlich durchdachtes Detail.
Der Setu wurde bewusst in nur einer Größe entwickelt, die für die meisten Körperbauten und Rückenkrümmungen passen soll. Das macht ihn einfach zu beschaffen für Besprechungsräume oder Co-Working-Flächen, wo mehrere Menschen kurz hintereinander denselben Stuhl nutzen.
Für wen ist der Setu geeignet?
Der Setu passt am besten in flexible Arbeitsumgebungen: Besprechungsräume, Empfangsbereiche, Co-Working-Flächen oder Zweitarbeitsplätze, wo mehrere Menschen kurz hintereinander denselben Stuhl nutzen. Mit einer Tragfähigkeit von 136 Kilogramm und zwölf Jahren Herman-Miller-Garantie eignet er sich auch für Vielsitzer, die wenig Wert auf individuelle Einstellungen legen. Wer täglich acht Stunden am selben Schreibtisch sitzt und eine präzise einstellbare Lordenstütze braucht, findet beim Setu keine Lösung dafür.
Weniger geeignet ist der Setu für Nutzer, die einen festen, persönlichen Arbeitsplatz einrichten und täglich acht Stunden auf demselben Stuhl sitzen. Für diese Situation liefert ein Stuhl mit verstellbarer Lordenstütze und einstellbarer Sitztiefe mehr Komfort auf lange Sicht. Der Setu ist gerade dort stark, wo derselbe Stuhl von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichem Körperbau genutzt wird, ohne dass zwischendurch etwas umgestellt werden muss.
Die Technik hinter dem Setu
Kinematic Spine
Zwei Polypropylen-Typen steuern den Widerstand automatisch, ganz ohne manuelle Einstellung.
Lyris-2-Material
Ein durchgehendes elastisches Gewebe über Sitz und Rücken, federt lokal dort, wo Druck entsteht.
Nur 8,6 Kilogramm Eigengewicht
Eines der leichtesten Modelle im gesamten Herman-Miller-Sortiment, einfach zu bewegen und zu verstellen.
Zwölf Jahre Garantie
Deckt mechanische und strukturelle Bauteile ab, trotz der einfachen Konstruktion mit wenigen beweglichen Teilen.
Wie sich die Kinematic Spine im Alltag verhält
Beim Hinsetzen fällt sofort auf, wie leicht der Setu wirkt. Mit 8,6 Kilogramm gehört er zu den leichtesten vollwertigen Bürostühlen überhaupt. Die Rückenlehne reagiert unmittelbar, ganz ohne Eingewöhnungsphase.
Dieses unmittelbare Gefühl entsteht, weil die beiden Polypropylen-Typen in der Rückenlehne direkt auf dein Gewicht reagieren, statt dass du zuerst selbst einen Widerstand einstellen musst wie bei einem klassischen Kippmechanismus. Wer ein umfangreiches Einstellpanel gewohnt ist, findet das anfangs ungewohnt, nach ein paar Tagen ist der Effekt aber kaum noch der Rede wert.
Lyris 2: ein Material, kein Polster
Anders als eine klassische Netzbespannung oder Schaumstoffpolsterung ist Lyris 2 ein einziges, durchgehendes Elastomer-Gewebe über Sitzfläche und Rückenlehne. Es federt lokal dort nach, wo Druck entsteht, und verteilt dein Gewicht gleichmäßig, ohne dass einzelne Zonen einsinken. Nach mehreren Stunden im Sitzen bleibt das Material spürbar konstant.
Geeignet für langes Homeoffice-Arbeiten?
Für kurze bis mittellange Sitzungen von bis zu vier Stunden liefert der Setu ausreichend Komfort. Für einen vollen Achtstundentag im Homeoffice wird der Verzicht auf eine separate Lordenstütze spürbar: Die Kinematic Spine bewegt zwar mit, bietet aber keine gezielte Unterstützung für den unteren Rücken, wie sie andere Stühle in diesem Preissegment haben.
Was lässt sich am Setu einstellen?
Der Einstellbereich des Setu ist auf ein Minimum reduziert. Die Sitzhöhe passt du klassisch mit einem Hebel an, alles andere übernimmt die Kinematic Spine automatisch. Für Nutzer, die gerne jedes Detail selbst konfigurieren, ist das gewöhnungsbedürftig.
Verglichen mit Stühlen, die zehn oder mehr Einstellknöpfe bieten, ist das ein radikal anderer Ansatz: weniger, was sich falsch einstellen lässt, aber auch weniger Spielraum, um eine leicht abweichende Sitzhaltung zu erzwingen, wenn die automatische Anpassung nicht genau zu deiner Vorliebe passt.
Kinematic Spine: automatische Bewegungsanpassung
Die Rückenlehne des Setu besteht aus zwei unterschiedlichen Polypropylen-Typen, die zusammen den Widerstand beim Zurücklehnen steuern. Je nachdem, wie du dich bewegst oder anlehnst, reagiert die Konstruktion automatisch, ohne dass du eine Wippspannung einstellen musst. Das funktioniert für ein breites Spektrum an Körpergewichten, ganz ohne manuelles Eingreifen.
Feste Armlehnen und feste Sitztiefe
Anders als bei vielen Konkurrenten in diesem Preissegment lassen sich die Armlehnen des Setu nicht verstellen, ebenso wenig wie die Sitztiefe von 38,1 Zentimetern. Für kurze Sitzungen an wechselnden Arbeitsplätzen fällt das kaum auf, für Nutzer mit einer ausgeprägt langen oder kurzen Beinlänge ist es ein spürbarer Kompromiss.
Bau, Material und Verarbeitung
Der Setu wiegt lediglich 8,6 Kilogramm und gehört damit zu den leichtesten Bürostühlen im gesamten Herman-Miller-Sortiment. Das Fünf-Stern-Fußkreuz und der Rahmen bestehen aus Polypropylen und Aluminium, eine bewusst reduzierte Materialwahl, die Herman Miller als Teil des nachhaltigen Designkonzepts positioniert.
Die Übergänge zwischen dem Lyris-Material und dem Rahmen wirken sauber verarbeitet, ohne ausgefranste Kanten oder sichtbare Befestigungspunkte. Dieses bewusst minimalistische Design ist auch der Grund, warum der Setu häufig in Empfangsbereichen und Besprechungsräumen eingesetzt wird, wo die Optik genauso wichtig ist wie die Funktion.
Was zwölf Jahre Garantie in der Praxis bedeuten
Herman Miller gewährt auch für den Setu zwölf Jahre Garantie auf mechanische und strukturelle Bauteile. Bei einer so einfachen Konstruktion mit wenigen beweglichen Teilen ist das Ausfallrisiko ohnehin gering, die lange Garantie unterstreicht trotzdem das Vertrauen des Herstellers in die Langlebigkeit.
Stabil genug für den Alltag?
Mit einer Tragfähigkeit von 136 Kilogramm liegt der Setu im Mittelfeld seines Preissegments und damit ausreichend für die meisten Nutzer.
Ist der Herman Miller Setu sein Geld wert?
Der Setu ist ein Statement: ein Bürostuhl, der bewusst auf Komplexität verzichtet. Die Kinematic Spine funktioniert erstaunlich gut für einen Mechanismus ganz ohne Hebel, und das geringe Gewicht macht den Stuhl auffällig leicht zu handhaben.
Wer jedoch eine Lordenstütze, verstellbare Armlehnen oder eine anpassbare Sitztiefe erwartet, wird enttäuscht. Für flexible Arbeitsplätze und kurze bis mittlere Sitzungen ist der Setu eine durchdachte, leichte Wahl mit Herman-Miller-Garantie. Für einen vollen Arbeitstag am eigenen Schreibtisch lohnt sich meist ein Modell mit mehr Einstellmöglichkeiten.
Rutger gründete Buroreview.eu aus persönlicher Frustration. Als Niederländer und Homeoffice-Nutzer von 1,95 Meter merkte er schnell, dass die meisten Bürostühle nicht für ihn konzipiert sind und dass ehrliche, unabhängige Beratung im deutschsprachigen Raum kaum zu finden ist.
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